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Hafertage und Haferkur: Was die Wissenschaft wirklich sagt

Hafertage sind über 100 Jahre alt und gerade wieder in aller Munde. Hier ist, was die Studien zeigen, und was nicht.

Inhalt6 Abschnitte
  1. Woher die Hafertage kommen
  2. Wie klassische Hafertage aussehen
  3. Was die Studien zeigen
  4. Die Grenzen
  5. Wichtig bei Medikamenten
  6. Quellen

Woher die Hafertage kommen

Die Haferkur geht auf den Arzt Carl von Noorden zurück, der sie Anfang des 20. Jahrhunderts bei Diabetes einsetzte. Bis heute werden Hafertage in der Diabetesberatung genutzt, um die Insulinempfindlichkeit zu verbessern.

Wie klassische Hafertage aussehen

  • 2 bis 3 Tage am Stück
  • 3 Mahlzeiten mit je etwa 75 g Haferflocken, in Wasser oder fettfreier Brühe gekocht
  • höchstens etwa 50 g Obst und 100 g Gemüse am Tag
  • insgesamt rund 800 bis 1.000 kcal

Heute gibt es gelockerte Formen mit ungesüßter Pflanzenmilch, Skyr oder Magerquark und mehr Obst, die sich leichter durchhalten lassen.

Was die Studien zeigen

Blutzucker und Insulin

In einer kleinen Pilotstudie von 2008 sank der mittlere Blutzucker nach zwei Hafertagen von 158 auf 115 mg/dl. Vier Wochen später lag er mit 141 mg/dl immer noch unter dem Ausgangswert. Der Insulinbedarf fiel von 145 auf 83 Einheiten pro Tag. Eine Kontrollgruppe gab es allerdings nicht.

Cholesterin: die Bonner Studie 2026

Forschende der Universität Bonn ließen 32 Personen zwei Tage lang je 300 g Haferflocken essen, mit etwas Obst oder Gemüse und etwa der Hälfte der üblichen Kalorien. Das LDL-Cholesterin sank um rund 10 Prozent, das Gewicht im Schnitt um 2 kg, der Blutdruck leicht. Der Effekt war nach sechs Wochen noch messbar. Eine zweite Gruppe, die sechs Wochen lang täglich 80 g Hafer zusätzlich aß, zeigte nur geringe Effekte. Als Erklärung vermuten die Forschenden Stoffe, die Darmbakterien aus dem Hafer bilden.

Die Grenzen

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bezeichnet die Studienlage zu Hafertagen als dünn. Ein großer Teil der Wirkung dürfte auf die wenigen Kalorien und das sinkende Leberfett zurückgehen, weniger auf den Hafer selbst. Zu Haferdiäten über mehrere Wochen gibt es kaum Studien.

Hafer ist ein gutes Werkzeug für eine Ernährungsumstellung, aber kein Wundermittel.

Wichtig bei Medikamenten

Wer Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten nimmt, braucht an Hafertagen oft deutlich weniger. Ohne ärztliche Anpassung droht eine Unterzuckerung. Deshalb: vorher unbedingt ärztlich absprechen.

Quellen

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Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten bitte vor einer Ernährungsumstellung ärztlich abklären.

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